Rund um Zwiesel geht es bei Wasserfällen selten um einen einzelnen Punkt auf der Karte, sondern um ein kleines Naturgebiet mit mehreren guten Wanderoptionen. Am stärksten lohnt sich der Abstecher nach Bodenmais: Dort liegen die Rißlochwasserfälle und der Hochfall, also zwei der markantesten Wasserfallziele im Bayerischen Wald. In diesem Artikel ordne ich ein, welche Tour wirklich passt, wie anstrengend sie wird, wann du am besten gehst und worauf ich bei Planung, Ausrüstung und Strecke achten würde.
Die wichtigsten Fakten für den Ausflug
- Gemeint ist meist das Wasserfallgebiet bei Bodenmais, das sich von Zwiesel aus gut als Naturausflug anbietet.
- Die Rißlochwasserfälle sind mit 55 Metern Gesamthöhe und einem 15 Meter hohen Hauptfall das große Naturhighlight.
- Für den ersten Besuch ist die leichte Rißloch-Route mit 6,5 Kilometern und etwa 2 Stunden die vernünftigste Wahl.
- Der Hochfall ist die kürzere Alternative mit 6,5 Kilometern und rund 2 Stunden 15 Minuten Gehzeit.
- Wer mehr sehen will, nimmt den kombinierten Wildes-Wasser-Weg mit 12 Kilometern und etwa 4 bis 5 Stunden.
- Die Wege sind als Sommerwanderwege gedacht, also nicht als entspannte Winterrunde.
Wo der Wasserfall bei Zwiesel tatsächlich liegt
Der Name führt ein wenig in die Irre: Der eigentliche Wasserfall liegt nicht mitten in Zwiesel, sondern im näheren Umland Richtung Bodenmais. Für die Praxis ist das aber kein Nachteil, im Gegenteil. Zwiesel ist ein guter Ausgangspunkt, wenn du Natur, kurze Anfahrt und eine solide Wanderung verbinden willst, ohne einen ganzen Tagestrip in ein abgelegenes Gebiet zu machen.
Geografisch bewegen wir uns im Arberland, also in einem Teil des Bayerischen Waldes, der für Schluchten, Mischwälder und steile Bachläufe bekannt ist. Die Rißlochschlucht steht seit 1939 unter Naturschutz, und genau das merkt man auf dem Weg: Hier geht es nicht um einen bequemen Spaziergang zum Fotospot, sondern um ein echtes Stück Mittelgebirgsnatur. Das ist wichtig, weil du die Tour dann realistischer einschätzen kannst. Wer nur einen schnellen Stopp sucht, ist hier falsch; wer eine lohnende Wanderung mit Wasser, Fels und Wald will, ist genau richtig. Als Nächstes lohnt sich deshalb der Blick auf das eigentliche Naturerlebnis vor Ort.

Warum die Rißlochwasserfälle den Ausflug tragen
Die Rißlochwasserfälle sind der Teil des Ausflugs, der hängen bleibt. Auf nur 1,6 Kilometern überwindet der Rißbach hier rund 260 Höhenmeter, und er fällt in mehreren Kaskaden hinunter. Insgesamt kommen die Hauptstufen auf 55 Meter, der stärkste Fall liegt bei etwa 15 Metern. Das ist nicht die Art Wasserfall, die man einmal kurz anschaut und dann abhakt. Die Schlucht wirkt durch das Zusammenspiel aus Geräusch, Steilheit und engem Tal fast körperlich präsent.
Ich finde gerade den Weg dorthin interessant, nicht nur den Punkt am Ende. Der Steig ist stellenweise steinig und felsig, also deutlich rauer als viele andere Wasserfalltouren im Bayerischen Wald. Genau das macht den Reiz aus: Man hört das Wasser oft schon, bevor man den eigentlichen Fall sieht. Wer Natur nicht nur als Kulisse, sondern als erlebbaren Raum versteht, bekommt hier genau das. Und weil die Tour unterschiedlich lang und schwer ausfallen kann, lohnt sich direkt der Vergleich mit den Alternativen.
Welche Tour zu deinem Tempo passt
Wenn ich eine Wasserfalltour empfehle, entscheide ich zuerst nicht nach dem Namen, sondern nach Zeit, Kondition und Lust auf Gelände. Rund um Bodenmais gibt es dafür mehrere sinnvolle Varianten. Die kurze Runde reicht für einen halben Tag, die kombinierte Tour macht daraus einen richtigen Wandertag.
| Tour | Länge und Gehzeit | Anspruch | Für wen sie passt |
|---|---|---|---|
| Leichte Rißloch-Route ab Schönebene | ca. 6,5 km, etwa 2 Stunden, 96 hm | leicht | Für den ersten Besuch, für entspannte Wanderer und alle, die den Wasserfall ohne großen Kraftaufwand erleben wollen. |
| Hochfall-Runde | ca. 6,5 km, etwa 2 Stunden 15 Minuten, 237 hm | mittel | Für alle, die eine kompakte Runde mit schönem Waldweg und deutlichem Naturmoment suchen. |
| Wildes-Wasser-Weg | ca. 12 km, etwa 4 bis 5 Stunden | mittel bis anspruchsvoll | Für einen vollen Wandertag, wenn du beide Wasserfallziele in einer Tour sehen willst. |
| Lange Rißloch-Variante | ca. 13,8 km, etwa 5,5 Stunden, 707 hm | schwer | Nur sinnvoll, wenn du Kondition mitbringst und eine echte Bergwanderung möchtest. |
Für die meisten Leser würde ich die Reihenfolge so setzen: erst die leichte Rißloch-Tour, dann der Hochfall, und nur bei mehr Zeit und Energie der kombinierte Weg. Das spart Enttäuschungen, weil du das Ziel nicht mit der falschen Erwartung betrittst. Genau diese Erwartungssteuerung ist bei Wasserfalltouren oft der Unterschied zwischen einem schönen Ausflug und einer unnötig zähen Wanderung. Darum kommt es jetzt auf den richtigen Zeitpunkt an.
Wann sich der Weg am meisten lohnt
Die Strecke funktioniert am besten vom späten Frühling bis in den Herbst. Gerade dann ist das Wasser meist gut sichtbar, das Licht im Wald angenehm, und die Wege sind eher so, wie man sie für eine Schluchtwanderung haben will: lebendig, aber noch beherrschbar. Offiziell werden die Wege als reine Sommerwanderwege beschrieben, und genau so würde ich sie auch einordnen.
Besonders stark ist der Eindruck nach Regen oder während der Schneeschmelze, weil dann mehr Wasser durch die Schlucht läuft. Gleichzeitig steigt dann auch das Risiko für rutschige Steine, feuchte Wurzeln und unsaubere Tritte. Für mich heißt das: Wer das lauteste Naturerlebnis will, geht nach einem nassen Zeitraum; wer entspannt und sicher unterwegs sein möchte, wählt einen trockenen Tag. Im Winter würde ich die Routen nur sehr vorsichtig und mit Erfahrung angehen. Für den normalen Ausflug sind deshalb drei Dinge Pflicht:
- Schuhe mit gutem Profil, keine glatten Sneaker.
- Etwas Reservezeit, damit du nicht hetzen musst.
- Wettercheck vorab, besonders bei Nässe oder frühem Frost.
Mit dieser Grundlage wird die Planung deutlich entspannter, und genau deshalb lohnt sich jetzt der Blick auf den Startpunkt und die Anfahrt.
Anreise und Startpunkte ohne Umwege
Die gute Nachricht: Du musst nicht direkt am Wasserfall starten, sondern kannst dir den Einstieg passend zur Tour aussuchen. Für die leichte Rißloch-Route ist der Wanderparkplatz Schönebene eine vernünftige Wahl, markiert mit 12 grün und 2 grün. Wer es länger und sportlicher mag, startet am Bahnübergang am Rißlochweg beziehungsweise bei Bodenmaiser Hof und folgt den Markierungen 2, 2a und 3 grün. Für den Hochfall ist der Wanderparkplatz Klause der praktischere Zugang.
Ich plane den Ausflug ab Zwiesel immer als kleine Tageslogik, nicht als bloßen Fotostopp: Anfahrt, Wanderung, kurze Pause, Rückweg. Das verhindert, dass man den Ablauf zu knapp kalkuliert. Besonders sinnvoll ist das, wenn du zu zweit oder mit Familie unterwegs bist. Für Kinder ist die Hochfall-Runde die deutlich angenehmere Option, während die Rißlochschlucht wegen des steinigen Geländes eher nach Wanderschuhen als nach lockerem Spaziermodus verlangt. Wer mit Kraxe unterwegs ist, kann sich den Hochfall deutlich eher zutrauen als die steilere Schluchtvariante. Damit steht die eigentliche Frage im Raum, wie man den Ausflug am Ende am klügsten abrundet.
Worauf ich den Ausflug zusätzlich abstimmen würde
Wenn ich diesen Wasserfalltag von Zwiesel aus plane, denke ich nicht nur an den Weg, sondern an das Gesamtbild. Die schönste Lösung ist oft, den Naturteil bewusst schlank zu halten und danach noch eine ruhige Einkehr oder einen kurzen Ortsgang einzuplanen. So bleibt der Tag nicht nur sportlich, sondern bekommt einen vernünftigen Rhythmus.
Für mich ist die klare Faustregel einfach: Rißloch für das stärkste Naturerlebnis, Hochfall für die kompakte Runde und Wildes Wasser für alle, die beide Ziele in einem Wandertag verbinden wollen. Wer von Zwiesel kommt, hat damit einen Ausflug, der nah genug für einen unkomplizierten Start ist und zugleich genug Substanz bietet, um nicht beliebig zu wirken. Genau diese Mischung macht den Reiz der Region aus: kurzer Weg, echte Landschaft, kein künstlich aufpolierter Pflichtstopp. Wer das einmal so erlebt hat, versteht schnell, warum die Wasserfälle im Bayerischen Wald mehr sind als nur ein schöner Punkt auf der Karte.