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Lemberg und Czernowitz

Erkundungsreise nach Galizien und in die Bukowina

Tag 1: Sonnabend, 7. Oktober: Schloss Krasiczyn
Wir fahren ab Berlin über Dresden durch Nieder- und Oberschlesien sowie Galizien bis an die polnische Ostgrenze. Am späten Nachmittag erreichen wir den Fluss San und fahren durch Przemysl, zum nahen Schloss Krasiczyn, der Perle der polnischen Renaissance. Vor dem Abendessen erhalten wir eine Führung durch das Schloss mit seinem beeindruckenden Innenhof, den vier besonderen Türmen mit einer atemberaubenden Kapelle und einem großen Park mit besonderen Bäumen. Die musealen Räume vermitteln den Gästen erstmals einen Eindruck von der einstigen Macht und dem Reichtum polnischer Magnatenfamilien im historischen Ostpolen. Abendessen und Übernachtung im Schlosshotel Krasiczyn.
Tag 2: Sonntag, 8. Oktober: Drohobych
Nach einem kräftigen Frühstück geht es am nächsten Tag zur inzwischen schneller und unbürokratischer zu überwindenden Grenze. An Lemberg vorbei fahren wir zunächst nach Drohobych, einer heute rund 70 000 Einwohner zählenden Stadt, die wiederholt Geschichte schrieb, zum Beispiel als Zentrum der Erdölförderung vor über 100 Jahren, als das „schwarze Gold“ in Europa vor allem in Ostgalizien gefördert wurde. Aber auch Persönlichkeiten wie der Universalgelehrte Jury Drohobycz (Kotermar), Rektor der ältesten europäischen Universität in Bologna, der ukrainische Nationalheld Ivano Franko oder der „polnische Kafka“, Bruno Schulz, auf tragische Weise von den Nazis ermordet, wurden hier, in einer der ältesten Städte der Ukraine geboren. Bedeutendste Sehenswürdigkeit ist die Ende des 15. Jahrhunderts errichtete St. Georg-Holzkirche. Aufgrund ihrer wertvollen Wandmalereien gehört sie zum Weltkulturerbe. Abschließend treffen wir uns zum Kaffee mit den in Drohobych verbliebenen Galiziendeutschen, bevor es nach Stanislau/Iwano-Frankiwsk im Karpatenvorland weitergeht, einer der größten und ältesten Städte in der Westukraine, die wir am Abend erreichen. Abendessen und Übernachtung in Stanislau.
Tag 3: Montag, 9. Oktober: Czernowitz
Nach dem Frühstück verlassen wir Stanislau und fahren durch viel Brachland und kleine Orte, durch eher trostlose Weiten der Westukraine in das aus der tristen Umgebung herausragende Czernowitz, Hauptstadt der Bukowina und eine der - mit Blick auf Architektur, Kultur und Geschichte - faszinierendsten Städte Ostmitteleuropas. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts noch ein Dorf mit unbefestigten Straßen und Holzhäusern, entstand hier unter der Herrschaft der Habsburger seit 1775 ein „Kleines Wien“ am Pruth, ein bis heute beeindruckendes Flächendenkmal mit vielen einzigartigen Attraktionen, die wir am Nachmittag bei einem Stadtrundgang kennenlernen. Beeindruckende Kirchen zeugen von der religiösen und ethnischen Vielfalt der Stadtbewohner. Der imposante Ring mit dem Rathaus und beeindruckenden Bürgerhäusern, von dem die Herrengasse zum Wiener Café führt, das Theater, das jüdische Haus oder der heute zum Weltkulturerbe zählende riesige Backsteinbau der ukrainischen Universität, früher Residenz des orthodoxen Erzbischofs, zeugen von dem Glanz der Habsburger Zeit. An vielen Häusern informieren mehrsprachige Gedenktafeln über die bedeutenden Bürger und Literaten der Stadt, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts aufgrund ihrer besonders fruchtbaren und einzigartigen deutsch-jüdischen Kultursymbiose auch als „heimliche Literaturhauptstadt Europas“ angesehen wurde, in der „die Straßen mit Rosensträußen gefegt wurden“ und in der es mehr Buchhandlungen gab als Bäckereien. An beiden Tagen gibt es reichlich Freizeit in Czernowitz für eigene Erkundungen. Abendessen und Übernachtung in Czernowitz.
Tag 4: Dienstag, 10. Oktober: Czernowitz
Den ersten Teil des Tages werden wir uns ausführlich mit der starken jüdischen Vergangenheit der Stadt beschäftigen. Im alten jüdischen Viertel gab es vor dem Holocaust über 70 Synagogen und Bethäuser. Heute reicht eine kleine Synagoge für die sich allmählich wieder entwickelnde jüdische Gemeinde. Die anderen werden zweckentfremdet genutzt als Möbellager, Fabriken oder wie der ehemalige jüdische Tempel, das imposanteste jüdische Kirchengebäude der Stadt, umgebaut zum Kino. Dies besuchte einst auch Joseph Schmidt, einer der ersten großen Gesangsstars des 20. Jahrhunderts („Ein Lied geht um die Welt“), von dem kaum einer weiß, dass er hier aus dem Herzen der Bukowina stammt. Von der bewegenden Geschichte, den herausragenden kulturhistorischen Leistungen und dem tragischen Ende der einst mehrheitlich jüdischen Bevölkerung erfahren wir mehr bei einem Besuch des Jüdischen Hauses und dem mit fast 70 000 Gräbern riesigen jüdischen Friedhof am Rande der Stadt. Paul Celan und Rose Ausländer sowie andere bedeutende Literaten aus Czernowitz lernen wir bei einem kurzweiligen aber spannenden Vortrag in der Universität kennen. Auch die bis heute dort lebende deutsche Minderheit mit spannenden Lebenswegen lernen wir bei einem gemeinsamen Abendessen kennen. Abendessen und Übernachtung in Czernowitz.
Tag 5: Mittwoch, 11. Oktober: Fahrt nach Lemberg über Stanislau
Wir verlassen die Bukowina und fahren Richtung Lemberg. Station machen wir dabei in Stanislau/Iwano-Frankiwsk, wo wir bei einem Rundgang die saubere, lebendige und weitgehend sanierte Altstadt kennenlernen, deren Architektur uns in vielem an das alte Österreich-Ungarn erinnert. Die Stadt wurde einst als eine Festung der polnischen Magnatenfamilie Potocki gegründet, der sie über Jahrhunderte gehörte und bildet heute ein Zentrum des ukrainischen Patriotismus. Von hier aus zog auch der in Polen gefürchtete und in der Ukraine als Nationalheld verehrte Stephan Bandera seine Fäden, legendärer Kommandant der ukrainischen Rebellen, die in den Wirren des Zweiten Weltkrieges schier aussichtslos gegen Polen, die Wehrmacht und die Sowjetunion kämpften. Viele große Kirchen, wie die Kathedrale der heiligen Auferstehung und die ehemalige armenische Kirche zu Ehren der Erscheinung mit der wundertätigen Ikone der Allerheiligsten Jungfrau Maria, künden von dem tiefen und vielfältigen religiösen Leben Galiziens. Vor allem durch das Wirken Theodor Zöcklers, der hier diakonische Einrichtungen gründete („Bethel des Ostens“), wurde Stanislau auch zu einem Zentrum der Galiziendeutschen. Nachmittags fahren wir dann weiter nach Lemberg, wo wir unser Hotel am Park beim Stadtzentrum beziehen und zur Orientierung erste Informationen über die Stadt erhalten. Abendessen und Übernachtung in Lemberg.
Tag 6: Donnerstag, 12. Oktober: Lemberg
Nach dem Frühstück starten wir eine dreistündige Stadtführung mit dem Bus und zu Fuß. Lemberg gilt unter Kennern als eine der schönsten Städte überhaupt. Seit 1998 gehört die historische Altstadt, die neben Prag und Krakau das größte Flächendenkmal Europas darstellt, zum Weltkulturerbe. Einst von Deutschen an der Via Regia maßgeblich mit aufgebaut, gehörte Lemberg zum Reich der Kiewer Rus, zu Polen, zu Österreich und im 20. Jahrhundert lange zur Sowjetunion und heute zur unabhängigen Ukraine. Bis zur Vernichtung durch die Nazis herrschte hier eine in Europa einzigartige jüdische Hochkultur. Hier trafen und treffen sich zentrale europäische sowie fernöstliche Handelsstraßen und Einflüsse, die die Geschichte und Gegenwart der allmählich wieder aufstrebenden europäischen Metropole prägen. Die dreistündige Stadtbesichtigung erfolgt teilweise mit dem Bus und führt zum zentralen Platz der Freiheit, gekrönt von einem der schönsten Opernhäuser Europas, zum Ring mit dem imposanten Rathaus, zur mittelalterlichen Altstadt, drei Kathedralen und anderen Kirchen sowie zahlreichen weiteren Attraktionen. Über 150 000 Studenten geben der Stadt ein lebendiges, junges Antlitz inmitten reicher kulturhistorischer Bausubstanz. Ein „Galizischer Abend“ in einem urigen Lokal wird uns mit ukrainischer Kultur und Küche erfreuen. Abendessen und Übernachtung in Lemberg
Tag 7: Freitag, 13. Oktober: Lemberg
Am zweiten Tag starten wir mit einem Besuch der über Lemberg thronenden Sankt Georgs-Kathedrale. Anschließend lernen wir mit dem Bahnhof, der Elisabeth-Kirche, dem Potocki-Palais und weiteren Attraktionen erst das österreichische und später das jüdische Viertel näher kennen. Abschließend besuchen wir den bekannten Lytschakiwsky-Friedhof (Lützenhofer Friedhof), einer der größten Friedhöfe des Kontinents, mit imposanten Skulpturen und Denkmälern aus Jahrhunderten, die vom kulturhistorischen Reichtum der Stadt zeugen. Wir besuchen auch das Grab von Ivano Franko, der von vielen als Vater der ukrainischen Nation angesehen wird. Der Nachmittag bleibt frei zur individuellen Erkundung der Gassen, Läden, Marktplätze, Museen, Parks, Cafés und Gasthäuser. Abends empfehlen wir interessierten Gästen den Besuch der Oper, wobei wir uns um die Karten für die Interessenten bemühen. Fakultativ bieten wir am Nachmittag den Besuch der nur 17 000 Einwohner zählenden Stadt Schowkwa an, etwa 20 Kilometer nördlich von Lemberg gelegen. Sie verfügt vor allem dank des durch seine Siege über die Türken bekannten polnischen Königs Johann III. Sobieski, der hier im 17. Jahrhundert residierte, über einen erstaunlichen architektonischen und kulturhistorischen Reichtum. Auch der legendäre ukrainische Kosakenführer Bohdan Chmelnyzkyj soll hier geboren und aufgewachsen sein. Sicher ist, dass sich Zar Peter I. über Monate in der Stadt aufhielt, denn hier befand sich 1706/07 zeitweilig das Oberkommando der russischen Armee. Jedenfalls gilt Schowkwa seit Jahrhunderten als Stadt des Handwerks und des Kunstgewerbes. Töpfer, Glasbläser, Goldschmiede und Handweber waren hier ansässig, deren Wohlstand sich auch jetzt noch an den vielen schönen Gebäuden ablesen lässt. Die Ruine der größten Synagoge Galiziens verkündet im Zentrum von der jüdischen Vergangenheit. Der große Marktplatz wird umrahmt vom Renaissance-Schloss und der Laurentius-Kathedrale. Unter den weiteren Attraktionen ist eine landestypische Holzkirche, die zum Weltkulturerbe gehört. Abendessen und Übernachtung in Lemberg.
Tag 8: Sonnabend, 14. Oktober: Schloss Łańcut, Rzeszow
Nach dem Frühstück fahren wir über die Grenze Richtung Rzeszów, wobei wir kurz vor der Hauptstadt der Vorkarpaten ausführlich in Schloss Łańcut Station machen, einem der bedeutendsten Schlösser Polens, das mit seinen prunkvollen Räumen und endlosen Kunstschätzen vom einstigen Reichtum polnischer Magnatenfamilien kündet, bei denen auch Habsburger-Kaiser ein- und ausgingen. Die Säle, Korridore, Salons und Wohnräume sind sehr gut erhalten. Sehenswert sind auch die beeindruckenden weiten Parkanlagen, das Kutschenmuseum und die Synagoge. Danach fahren wir ins nahe Rzeszów, wo wir am schönen großen Ring ein Hotel beziehen. Noch vor dem Abendessen wird unverbindlich ein kurzer Stadtrundgang angeboten. Abendessen und Übernachtung in Rzeszów
Tag 9: Sonntag, 15. Oktober: Heimfahrt über Sankt Annaberg/OS
Auf der Rückfahrt fahren wir in Oberschlesien durch das Siedlungsgebiet der deutschen Minderheit und machen mittags einen kurzen Halt auf dem Sankt Annaberg, dem bekanntesten Wallfahrtsort der Oberschlesier, der nach dem Ersten Weltkrieg auch Schauplatz deutsch-polnischer Kämpfe um die Zukunft des Landes war. Anschließend fahren wir zurück nach Deutschland, wo wir bis gegen 17.30 Uhr Görlitz und gegen 19.30 Uhr Dresden und Berlin erreichen.

Senfkorn Reisen - Alfred Theisen
Brüderstraße 13, 02826 Görlitz
Tel. (03581) 40 05 20, Fax (03581) 40 22 31
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Lemberg und Czernowitz

      
      

(Eine Reiserücktritt-Versicherung wird dringend empfohlen.)

Diese  Reiseanmeldung ist ohne Unterschrift verbindlich.  Die Reise- und Zahlungsbedingungen des Reiseveranstalters, die unter www.schlesien-heute.de, Senfkorn Reisen, eingesehen werden können, habe ich zur Kenntnis  genommen.  Hiermit  erkläre  ich,  dass  ich  für  die Verpflichtungen der von mir angemeldeten Reiseteilnehmer gegenüber dem Reiseveranstalter wie für meine eigene einstehen werde.

weitere Informationen:

  • Datum: vom 7. bis 15. Oktober 2017 (9 Tage)
  • Abfahrt: Berlin, Cottbus, parallel Leipzig, Dresden und Görlitz
  • Leistungen:

    - Busreise
    - Reiseleitung durch Alfred Theisen
    - 8 x Übernachtung in landestypischen 3- bis 4-Sterne-Hotels
    - 8 x Frühstücksbüfett
    - 7 x mind. 3-Gang-Abendessen
    - 1x Ukrainischer Abend in Lemberg
    - alle Stadtführungen
    - alle Eintritte laut Programm
    - alle Ausflüge wie beschrieben
    - Insolvenzversicherungsschein des Reiseveranstalters
    - Rundum-Betreuung durch SenfkornReisen

  • Reisepreis:
    1.290,00 € p. P. im DZ 250,00 € EZZ

Referenzen

Sehr geehrte Frau Effenberger, wir- meine Frau & ich- bedanken uns für die Zusendung der Texte & Gedichte. Gleichzeitig wollen wir nicht verschweigen, wie überragend uns die Begleitung / Führung durch Herrn Th. Maruck... Mehr lesen

Hallo Herr Theisen,
ganz herzlich möchten wir uns noch einmal bedanken für die wunderbare Polenreise. Auch dank Deiner Großzügigkeit wurde sie zu einem tollen Erlebnis. Alles hat gepasst und wir haben so viel gesehen... Mehr lesen

Sehr geehrter Herr Theisen,
für die Organisation und Durchführung der Reise nach Czernowitz, Lemberg u.a. möchten wir Ihnen sowie Frau Izabella ganz, ganz herzlich danken. Wir haben durch diese Fahrt nach Ostmitteleuropa... Mehr lesen

Vielen Dank, liebes Team von SenfkornReisen, die Reise nach Breslau war wunderschön. Nochmals vielen Dank für die Fotos, die gute Beratung und die Erfüllung aller Sonderwünsche. Herzliche Grüße Peter und Christine... Mehr lesen

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Mit dieser Publikation wollen wir über viele dieser schönen, neuen Schlosshotels informieren und Sie dorthin einladen, um selbst die hier angepriesenen Vorzüge zu erleben. Gerne helfen wir Ihnen mit weiteren Informationen oder bei der Vorbereitung konkreter Arrangements zum Beispiel Ihres Ausfluges, Ihres Kongresses, Ihrer Familien- oder Betriebsfeier im aufblühenden Nachbarland Polen, das als sicheres und schönes Urlaubsland auf dem besten Weg ist, wieder als „Bella Polonia“ das „neue Italien“ für Millionen begeisterte Gäste aus Deutschland zu werden.

 

   

 

 

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